19. September 2019. Aufgrund des großen Erfolgs der Förderrichtlinie „Innovative Hafentechnologien“ (IHATEC) wird das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bis 2025 pro Jahr 11 Millionen Euro für ein Nachfolgeprogramm zur Verfügung stellen. Das gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) anlässlich der ganztägigen Statuskonferenz IHATEC gestern in Berlin bekannt.

Mit der IHATEC-Förderrichtlinie unterstützt das BMVI seit 2016 Projekte, die zur Entwicklung innovativer Technologien in den deutschen See- und Binnenhäfen beitragen. Die aktuelle, Ende 2020 auslaufende Richtlinie hat bisher insgesamt 34 Verbundprojekte und 125 Projektpartner (davon 51 Unternehmen der Hafenwirtschaft) mit einem Fördervolumen von rund 53 Millionen Euro unterstützt.

Die große Nachfrage belegt sowohl das Interesse an IHATEC als auch die mit über 31 Millionen Euro hohe Investitionsbereitschaft der Hafenwirtschaft, die sich mit innovativen Forschungsprojekten für die Herausforderungen der Zukunft aufstellt. Mit Abschluss des dritten Förderaufrufs, der im April 2019 endete, werden Bund und Unternehmen insgesamt über 100 Millionen Euro F & E-Mittel eingesetzt haben, welche auch in Zukunft verstetigt werden.

Der ZDS begrüßt die Verlängerung dieser erfolgreichen Förderrichtlinie zur Stärkung des Wirtschafts- und Logistikstandortes Deutschland. Das breite thematische Spektrum der bisher geförderten Projekte zeigt die Innovationskraft und Vielseitigkeit der Seehafenbetriebe.

In seinem Eröffnungsstatement zur Konferenz wies Herr Achim Wehrmann, Unterabteilungsleiter Schifffahrt im BMVI, auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der gut aufgestellten deutschen Häfen für Arbeitsplätze und ihre Eigenschaft als High-Tech-Standorte hin. Die IHATEC-Förderkulisse ziele darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen zu erhöhen, deren Umschlagsleistung zu steigern, den Ausbau der digitalen Infrastruktur in den Häfen voranzubringen sowie die Hafentechnologien zugunsten des Umwelt- und Klimaschutzes weiterzuentwickeln.

In der Hauptrede, zu den „Herausforderungen der Digitalisierung für die Hafenwirtschaft“, stellte Herr Prof. Carlos Jahn (Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen) heraus, dass Häfen heute bereits lokale und internationale vernetzte Hochleistungs-Logistikmaschinen mit synchronisierten, intermodalen Transport-, Umschlag- und Lagerprozessen seien. Digitalisierung, Automatisierung und Emissionsvermeidung prägten zukünftig Technik, Infrastruktur und die menschliche Arbeit in Häfen maßgeblich. Als Schnittstellen für unterschiedliche Logistikakteure könnten sich Häfen in der Perspektive noch mehr als bisher zum Logistik-Innovationsmotor entwickeln.

Staatssekretär Dr. Michael Güntner hob in seinem Schlusswort hervor, dass die deutschen See- und Binnenhäfen als beste Umschlagplätze weltweit ein gelungenes Beispiel für die praktische Umsetzung der Digitalisierung darstellten. Die vor kurzem vom BMVI veröffentlichte Untersuchung zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Häfen auf der Grundlage ihrer Beschäftigungswirkung belege deren Systemrelevanz. Zudem sei IHATEC durch die Förderung von nachhaltigen Projektideen ein Aushängeschild für den zukunftsorientierten Umwelt- und Klimaschutz, der sich zunehmend auf die gesamte Lieferkette auswirken werde.

Auf der Statuskonferenz in Berlin wurden insgesamt 17 geförderte Verbundprojekte aus den unterschiedlichen Themenschwerpunkten (Clustern) „Umschlag“, „Infrastruktur“, „Sicherheit“, „Transport“ sowie „Umwelt und Klima“ vorgestellt. Eine Übersicht über die IHATEC-Projekte gibt es hier.

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