
a) Installationshafen (Basishafen):
In einem Installationshafen
erfolgt die Vormontage (Assembling) der Offshore-Windkraftanlagen
bevor diese zum Offshore-Windpark verschifft und dort installiert
werden. Die Grundvoraussetzungen eines Installationshafen sind
ausreichend verfügbare Lagerungs- und Montageflächen (ca. 5 ha – 15
ha, je Windpark), sowie schwerlastfähige Hinterlandanbindungen,
Kaiflächen- und Verladekapazitäten
(Einzelgewicht von 600 to – 1.000 to). Wasserseitig ist im
Hafenbecken eine ausreichende Wassertiefe von 8 m (abhängig
vom Schiffstyp) notwendig. Zusätzlich muss die Bodenbelastung
das Aufjacken von Installationsschiffen ermöglichen.
b) Produktionshafen:
Ein Produktionshafen zeichnet sich dadurch aus, dass
in direkter Hafennähe oder auf dem Hafengelände Anlagenhersteller
ansässig sind und dort die Fertigung von Wind-
kraftanlagen-komponenten,
z. B., Turmsegmente, Gondeln, Naben, Rotorblätter, Fundamente
und Seekabeln, durchführen. Zumeist gibt es für jede
Komponentenart eigene Produktionsstätten, so dass an einem
Produktionsstandort nicht zwangsläufig gesamte Windkraftanlagen
produziert werden, sondern ggf. einzelne Elemente.
c) Import- und Exporthafen:
Im Import- und Exporthafen werden Windkraftanlagen-komponenten
umgeschlagen. Die umgeschlagenen Komponenten werden entweder auf
den Verkehrsträger Schiff verladen (Export) oder von dem
ankommenden Schiff gelöscht
(Import).
Ein Im- und Exporthafen benötigt ausreichend Lagerflächen
um die Komponenten zwischenzulagern, sowie schwerlastfähige
Kaiflächen und -Verladekapazitäten für die Umschlagstätigkeiten.
Der Vor- oder Nachlauf der Komponenten bis/ab Hafen erfolgt zumeist
per LKW, wodurch neben einer schwerlastfähigen Hinterlandanbindung
ebenso eine gute Erreichbarkeit vorhanden sein sollte.
d) Schutzhafen: Notliegeplätze als Pufferfunktion bei Schlechtwetter.
Platz für Schutz suchende Schiffe aus dem Baufeld, große und geschützte wasserseitige Flächen.

Die Servicehäfen dienen der dauerhaften Versorgung, Wartung und Instandhaltung der Offshore-Windparks und sollen einen reibungslosen Anlagenbetrieb sicherstellen.
Hierbei ist zwischen zwei Arten von Servicehäfen zu
unterscheiden: Reaktionshäfen und Versorgungshäfen.
a) Reaktionshäfen:
Die Reaktionshäfen zeichnen sich durch eine geringe Entfernung
zu den Windparks aus und sind Ausgangspunkt
für spontane und kurzfristige Reparaturen. An den Reaktions-
häfen werden Betriebsmittel, Werkzeuge und kleine Komponenten vorgehalten.
Außerdem bestehen Möglichkeiten der Lagerung und Verschiffung
von großen Offshore-Komponenten (z. B. Rotorblätter,
Gondeln). Beispielsweise dient der Hafen Norddeich als Reaktionspunkt
für das Testfeld Alpha-Ventus.
b)Versorgungshäfen:
Versorgungshäfen dienen der Versorgung der Reaktionspunkte und
teilweise auch der Windparks selbst (wenn Entfernung und Seebedingungen
dieses zulassen). Es handelt sich dabei im Wesentlichen um regelmäßige
und geplante Transporte. Zumeist werden als Versorgungsstandorte
Häfen an der Festlandküste in Frage kommen. An den Versorgungshäfen
werden ausreichend Betriebsmittel, Werkzeuge, kleinere und mittelgroßer
Komponenten gelagert. Außerdem bestehen Möglichkeiten der Lagerung
und Verschiffung von großen Offshore-Komponenten (z. B. Rotorblätter,
Gondeln). Zusätzlich sind Kapazitäten für Personen-, Büro- und
Sozialräume notwendig.

F&E-Standorte und Teststandorte dienen der Weiterentwicklung der Windkrafttech-
nologie. Neben den Anlagenherstellern sind auch andere Institutionen
an der Forschung und Entwicklung von Einzelkomponenten beteiligt.
Die Forschungsleistungen werden dabei durch betriebsinterne
Forschungs- und Entwicklungszentren, externe gewerbliche Anbieter
oder Hochschulen und staatliche Forschungseinrichtungen durchgeführt.
An den Teststandorten werden neu entwickelte Windkraftanlagen
installiert um Erfahrungswerte im laufenden Betrieb zu erlangen.
Auch Offshore-Windkraftanlagen werden zumeist auf dem Land
getestet. An den Trainings- und Schulungseinrichtungen werden
die Mitarbeiterfür den Einsatz an den Windkraftanlagen, speziell
für den Offshore-Einsatz ausgebildet. |