Düsseldorf – „Der Güterverkehr zwischen NRW und den deutschen Seehäfen wird deutlich zunehmen, in der Größenordnung von mehr als 11 Millionen Tonnen bis 2030“, sagte Frank Dreeke, Präsident des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) heute in Düsseldorf anlässlich des in Kooperation mit der IHK Nord ausgerichteten Parlamentarischen Abends des Verbandes im Landtag von Nordrhein-Westfalen. „Damit Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft optimal mit den Weltmärkten verbunden ist, braucht es eine leistungsfähigere Anbindung an die deutschen Seehäfen.“

Aus Sicht des ZDS wird die Leistung der Seehäfen an Nord- und Ostsee für Nordrhein-Westfalen häufig unterschätzt. „Mindestens 30 Prozent des seewärtigen Güterverkehrs von und nach NRW läuft schon heute über deutsche Seehäfen. Insbesondere die Wirtschaft in den nördlichen und östlichen Landesteilen, aber auch im Rheinland könnten von einer noch besseren Anbindung an die deutschen Seehäfen profitieren“, sagt Frank Dreeke. Einer Sonderauswertung der IHK Nord der Seeverkehrsprognose des Bundesverkehrsministeriums zufolge, werde dieser Anteil bis 2030 auf 37 Prozent ansteigen.

Der ZDS wirbt für eine zügige und konsequente Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans und eine Reform des Planungs- und Umweltrechtes, damit die Verkehre zwischen dem Norden, dem Rheinland und Westfalen reibungsloser laufen. Laut der für das Bundesverkehrsministerium erstellten Seeverkehrsprognose, deren Trendaussagen von anderen Untersuchungen bestätigt werden, wird der Hinterlandverkehr zwischen Nordrhein-Westfalen und den deutschen Ostseehäfen zwischen 2010 und 2030 um mehr als 1 Mio. Tonnen zunehmen, der Hinterlandverkehr zwischen Nordrhein-Westfalen und den deutschen Nordseehäfen sogar um mehr als 10 Mio. Tonnen.  „Wir brauchen ein Planungsbeschleunigungsgesetz“, sagt Frank Dreeke. „Dafür sollten sich NRW und die Küstenländer gemeinsam einsetzen. Wir müssen den Interessenausgleich, der Infrastrukturprojekten vorangeht, beschleunigen.“

Für Zusammenarbeit wirbt der ZDS auch beim Verfahren zur Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer. In Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedsstaaten wendet Deutschland in der EU-Gesetzgebung vorgesehene Erleichterungen nicht an. „Das führt zu unnötigen Kosten für die verladende Wirtschaft und benachteiligt deutsche Häfen und Flughäfen, auch in Nordrhein-Westfalen“ sagt Frank Dreeke. „Diesen Wettbewerbsnachteil müssen wir abschaffen.“

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